Wer meinen Post 'Zwickmühle' gelesen hat, wird sich vielleicht fragen was ich gestern gemacht habe. War ich beim Training oder habe ich mir das Theaterstück angesehen?
Nun jah Mittwoch habe ich eine Nachricht von dem jungen Mann bekommen, dass er noch eine Karte organisieren konnte. Ich habe mich unglaublich darüber gefreut und bin gestern zu dem Theaterstück gefahren. Alice im Wunderland. Eines der Disney-Filme die ich so gar nicht mochte, aber ich bin nicht wegen dem Thema dahin, sondern um ehrlich zu sein nur wegen ihm.
Ich habe mich dafür schön rausgeputzt und ich fühlte mich wirklich wohl. Als ich mein Spiegelbild sah, dachte ich selbst, dass ich hübsch aussehe. Aufgrund dessen, dass ich keinerlei Erwartungen an dem Stück hatte, fand ich es sehr gut. Die Darstellerin von Alice sah unglaublich aus. Eine 10 von 10! An ihr war kein einziger Makel. Da verfällt man schon fast wieder im Neid. Aber das konnte mir nicht das gute Gefühl nehmen. Ich hab mich trotzdem noch selbst als attraktiv empfunden.
Von 20.00 - 21.30 Uhr dauerte die Vorstellung. Danach habe ich ihn begrüßt und mich noch mit ihm etwas unterhalten. Er hatte mich dann noch dazu eingeladen mit den anderen in der Kantine zusammen zu sitzen. Natürlich bin ich der Einladung gefolgt. Während ich auf ihn gewartet habe - er musste sich noch umziehen - habe ich eine alte Schulkollegin getroffen und mich lange mit ihr unterhalten. Im Prinzip habe ich fast nur an diesem Abend mit ihr geredet. Zwar war er auch mal kurz da, aber nicht für lange, weil er auch mit den anderen sich unterhalten wollte. Dabei bin ich doch nur geblieben, um mich noch mit ihm nett zu unterhalten.
Durch sie habe ich erfahren, dass er bislang noch keine feste Beziehung hatte seitdem sie ihn kennt. Und sie kennt ihn seit der 5. Klasse. Dies hat mich sehr gewundert, weil er sehr selbstbewusst, offen und durch aus attraktiv ist. Ich gebe es jah zu, ich interessiere mich für ihn. Ich wäre gerne mit ihm befreundet - wenn nicht sogar mehr -, aber gestern wurde mir die eiskalte Wahrheit präsentiert. Wir sind keine Freunde. Ansonsten hätte er mich wohl zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen, oder?
Ab dem Zeitpunkt fühlte ich mich wie ein dummes, naives Mädchen. Das gute Gefühl verschwand. Ich fühlte mich nicht mehr begehrenswert, sondern nur noch wie eine graue Maus. Eine Dekoration die ab und zu den Mund aufmacht. Wieso bin ich gestern dahin gefahren? Wegen ihm! Wieso spiele ich das Spiel, was er mir ausgeliehen hat? Wegen ihm! Dabei bin ich nur eine Randfigur, der er aus Nettigkeit ab und zu zurück schreibt und das war's. Wie törticht, wie dumm, wie naiv!
Wie und warum bin ich nur auf die Idee gekommen, ich hätte irgendwelche Chancen? Weil ich in Sachen was rein interpretiere die gar nicht da sind. Ich gebe mir Mühe und dabei kann ich noch nicht mal mit ihm befreundet sein. Da kann ich machen was ich will. Ich finde es unglaublich schade, aber das ist dann wohl so. Ich muss das akzeptieren und aufhören einem Hirngespinnst nach zu rennen.
Ich hätte gestern zum Kendo-Training gehen sollen. Mein Trainer hat mich vermisst. Wenigstens einer weiß mich zu schätzen. Aber der ist über 50, haha. Man soll seine Zeit nicht mit Bereuen vergeuden. Es ist passiert, ich habe mich falsch entschieden und hoffe auf Besserung. Beim nächsten Mal entscheide ich mich richtig und lasse mir keinen Honig um Mund schmieren.
Wieso begehre ich etwas, was ich nicht haben kann? Wieso wünsche ich mir Sachen, die ich nie bekommen kann? Ich verstehe mich selbst kaum. Es wäre alles weit aus einfacher, wenn ich mit den befreundet wäre, die mit mir vertraut sein wollen. Hätte ich Interesse für Leute die mich schön, attraktiv und toll finden, wäre ich wohl schon lange kein Single mehr. Aber nein. Der Mensch - oder trifft das nur auch mich zu? - will nur das was er nicht haben kann!
Als die alte Schulkollegin davon erzählt hatte, dass sie vor Weihnachten immer zu dritt, oder zu viert, Bescherung machen, wurde ich neidisch. Ich möchte so was auch haben. Ich möchte dazu gehören! Ansich ist mir gestern etwas klar geworden. Jeder hat so seine Clique, seine Gruppe womit er an Weihnachten oder Silvester etwas macht. Ich habe nur einzelne Freunde, die miteinader nichts zu tun haben. Eigentlich gehörte ich zu einer Truppe, aber aufgrund von zwei Grazien habe ich mich selbst ausgeklingt. Die Beiden haben mich so oft zur Weißglut gebracht, mich so viele Nerven gekostet, so dass ich es für besser empfunden habe, mich abzukapseln. Für meine Gesundheit, für meine Lebensqualität.
Ich habe keine Gruppe. Wenn ich Glück habe, werde ich von einen meiner Freunde für Halloween, Silvester, Kino oder was auch immer eingeladen, mit oder ohne deren Clique. Aber richtig dazu gehören tue ich nicht. Ich bin dann nur die Freundin von der einen Person und das war's. Während andere neue Freundeskreise an der Uni, auf der Arbeit oder sonst wo haben, knüpfe ich nur vereinzelt Freundschaften, weil ich mich schwer tue mich irgendwo zu integrieren. Wenn es so weiter geht werde ich wohl viele Sachen später alleine machen. Denn die anderen haben dann bereits mit jemanden was geplant und ich wäre dann nur das fünfte Rad am Wagen.
Worüber beklage ich mich überhaupt? Ich sollte das schätzen was ich habe und darüber froh sein. Selbst wenn es bedeutet, dass ich an manchen Tagen dann alleine sein werde, weil ich nirgendswo einen richtigen Platz habe.
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